1.2. – 21.6. 2020

Das andere goldene Zeitalter: Johan Ludvig Lund über alle Grenzen

Viele Künstler sind in Vergessenheit geraten, und einer davon ist der Künstler des goldenen Zeitalters Johan Ludvig Lund (1777-1867). Gerade Lund verdient aber Aufmerksamkeit, denn er spielte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle in der europäischen und dänischen Kunst.

Lund. "Die Jungfrau Maria mit dem Christkind und dem kleinen Johannes", 1832. Die Sammlung Hirschsprungske
Lund. "Die Jungfrau Maria mit dem Christkind und dem kleinen Johannes", 1832. Die Sammlung Hirschsprungske

Johan Ludvig Lund war einer der wenigen Künstler, die öffentliche Bestellungen erhielten, und er malte deshalb groβe Gemälde aus der Geschichte Dänemarks für Christiansborg, Schloss und Sitz der dänischen Regierung, und eine lange Reihe von Altartafeln für kleine und groβe Kirchen im ganzen Land. Gleichzeitig war er Porträt- und Landschaftsmaler und hatte ein imposantes, internationales Netzwerk, das Künstler, Dichter und Intellektuelle wie Caspar David Friedrich, J.C. Dahl, die Deutschen Nazarener und die Familien Brun, Schiller und Humboldt umfasste.

Als Professor an der Kunstakademie bildete er zusammen mit C.W. Eckersberg die Generation der dänischen Künstler aus, die wir als die Künstler des Goldenen Zeitalters kennen. Während Eckersberg als der ”Vater der dänischen Malerei” bekannt ist, haben wenige aber von Johan Ludvig Lund gehört, obwohl er als Lehrer und Künstler eine genau so wichtige Rolle in dem damaligen Kulturleben spielte.

In der Ausstellung, Das andere goldene Zeitalter, Johan Ludvig Lund über alle Grenzen, werden die Gäste des Museums Werke von J.L. Lund,von seinen Freunden in Dänemark und Deutschland und von seinen Schülern betrachten können. Die Ausstellung zeigt alle Facetten von Lunds Tätigkeit, von grossen Geschichtsmalereien mit Motiven aus der Antike bis Porträts, Altertafeln und Landschaften. Gerade mit der Landschaftsmalerei übte J.L. Lund mit seinem Unterricht von Künstlern wie J.Th.Lundbye, Louis Gurlitt, Christian Morgenstern, Wilhelm Kühn und P.C. Skovgaard seinen vielleicht gröβten Einfluss auf. Die Ausstellung ist somit ein Anlass, alte Bekannte und vergessene Meister zu treffen und uns daran zu erinnern, dass der Kunstkanon wandelbar ist und ewig zur Verhandlung steht.

Die Sammlung Hirschsprung zeigt die Ausstellung im Herbst 2019, und nach der Ausstellungszeit im Ribe Kunstmuseum geht die Ausstellung in das Museum Skovgaard in Viborg, während sie zuletzt im Museum Behnhaus Drägerhaus in Lübeck gezeigt wird.