Ausstellung: 13. Januar – 4. März 2018

Das Bild, die Mauer, die Figur – Per Kirkeby im Ribe

Das Bild, die Mauer, die Figur – Per Kirkeby in Ribe ist nicht nur der Titel einer Sonderausstellung im Jahre 2018 im Ribe Kunstmuseum. Der Titel zeigt auch, dass Per Kirkeby ein besonderes Verhältnis zu Ribe hat und sich, in übertragenem Sinne, seit 1976, als die erste Ausstellung stattfand, in der Stadt befindet. 20 Jahre später, 1996 gab es noch eine Ausstellung. Da gerade die Wiederholung, der geordnete Verlauf eines der wichtigsten Elemente der Kunst von Per Kirkeby ist, hätte man also 2016 die dritte Ausstellung zeigen sollen, um so die Zeitspanne von 20 Jahren einzuhalten. Wir hoffen aber, das man uns diese kleine Verspätung von zwei Jahren vergeben kann.

Das Ornament, die Ausstellung im Jahre 1976

Das Museum zeigt als Auftakt zu Das Bild, die Figur Fragmente von Per Kirkebys früheren Ausstellungen im Ribe Kunstmuseum (1976 und 1996) in den ersten Räumen. Die Ausstellung 1976 war die letzte in einer Reihe von insgesamt 4 Museumsausstellungen, die Per Kirkeby Anfang der 70`er Jahre als eine Auseinandersetzung mit der Modernisierung der Ausstellungen der kulturhistorischen Museen gestaltete. Per Kirkeby war ein verbissener Gegner von dem neuen Trend im dänischen Museumswesen, dem Einzug von Groβfotos und Informationstafeln.
Die Ausstellung Das Ornament unterschied sich von den drei übrigen. Sie war klein, umfasste nur einen einzelnen Raum im Keller des Museums und bestand hauptsächlich aus Gegenständen aus seinem eigenen Besitz und aus Gegenständen aus dem Lagerhaus der Antikvarischen Sammlung in Ribe. Also war sie keine kunstgeschichtliche sondern eher eine archäologische Ausstellung. Die jetzige Ausstellung vermittelt – mit Per Kirkebys eigenen Worten in der Form von Zitaten – einen Einblick in das Wesen von Ornament.

Per Kirkeby – die Ausstellung 1996

Die Ausstellung 1996 zeigt nur Werke des Künstlers in der Form von insgesamt 70 Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und graphischen Arbeiten. Wie im Jahre 1976 entwickelte er aber selbst das Konzept und nahm allein die Auswahl der Werke wahr. Für die Ausstellung wurden Gemälde auf weiβem Tuch mit neuen Werken, bestehend aus 12 schwarz bemalten Masonittafeln ergänzt. Diese Tafeln griffen auf die Ausstellung im Jahre 1976 zurück, wo eine alte Schultafel von Per Kirkeby in ein Gemälde umgestaltet wurde. 10 der Tafeln, die für die Ausstellung 1996 im Ribe Kunstmuseum ausgeführt wurden, sind in Das Bild, die Mauer, die Figur fotografisch wiedergegeben.

Das Bild, die Mauer, die Figur

Die Ausstellung nimmt ihren Ausgangspunkt in den Werken, die in Ribe zu sehen sind: Die Mauer und die Skulptur im Museumsgarten und das Grabmal des Dichters Ambrosius Stub bei der Sct. Katharinae Kirche. Diese Werke umkreisen alle dieselben Motive: Den Baumstumpf, den Baumstamm, den Felsen, das Ornament, geometrische Formen und geologische Schichten. Per Kirkeby ist ein wahrer Multikünstler, der sowohl die Graphik als das Gemälde und die Skulptur meistert. Das Bild, die Mauer, die Figur zeigt Beispiele für Werke aus den 1970`er Jahren bis heute. Der Besucher wird dadurch zur eigenen Entdeckungssuche in der Motivenwelt von Per Kirkeby aufgefordert, kreuz und quer in Medien und in der Chronologie. Die Werke haben das Kunstmuseum Tondern, das Museum Jorn in Silkeborg sowie das Esbjerg Kunstmuseum und Galleri Bo Bjerggaard groβzügig ausgeliehen.

Ein ergänzender Katalog mit Texten von Per Kirkeby und William Gelius (ein Wiederabdruck des ausverkauften 1996´er Katalogs) sowie von den Kuratoren der Ausstellung, Dagmar Warming und Josephine Nielsen-Bergqvist ist im Museumsladen für 125 Kronen erhältlich.

Die Ausstellung unterstützen von folgenden Stiftungen: Knud Højgaards Fond, Grosserer L.F.Foghts Fond und Overretssagfører L. Zeutens Mindelegat und
Per Kirkeby, Ti tavler, 2002, Museum Sønderjylland (Kunstmuseet i Tønder)
Per Kirkeby, Ti tavler, 2002, Museum Sønderjylland (Kunstmuseet i Tønder)