November 2016

Neuerwerbungen. Zwei Werke von Johan Thomas Lundbye gehen an die Ribe Sammlung

Das Ribe Kunstmuseum hat bei Bruun Rasmussens internationaler Auktion eingekauft.

Johan Thomas Lundbye. "Die Fontäne bei der Loggia dei Mercanti in Florenz". 1846. Öl auf Leinwand
Johan Thomas Lundbye. "Die Fontäne bei der Loggia dei Mercanti in Florenz". 1846. Öl auf Leinwand

Anlässlich des 125-Jahre-Jubiläums vom Ribe Kunstmuseum hat das Museum verschiedene Geschenke im Lauf des Jahres erhalten. Am Dienstag, 29. November wurde die Sammlung um eine Malerei und eine Zeichnung von Johan Thomas Lundbye (1818-1848), Maler des Goldenen Zeitalters, erweitert. Dies war eine weitere Schenkung durch die Neue-Carlsberg-Stiftung (Ny Carlsbergfondet). Beide Werke tragen den Titel „Die Fontäne bei der Loggia dei Mercanti in Florenz” und beide sind ins Jahr 1846 datiert. Die Werke wurden an Bruun Rasmussens internationaler Auktion am 29. November erworben. Die Museumsdirektorin ersteigerte die Werke per Telefon und erreichte einen besonders vorteilhaften Hammerschlag, da wir beide Werke unter ihrem Schätzungswert erhielten. Insgesamt wurde für gut ¼ Mio. Dänische Kronen eingekauft.

Seit Langem wollte das Kunstmuseum die Sammlung mit Werken aus dem dänischen Goldenen Zeitalters ergänzen, besonders mit Werken aus der Hand Johan Thomas Lundbyes, einem beliebten und geschätzten Maler dieser Periode. Zudem sollte die Sammlung auch mit Werken erweitert werden, deren Motive um das Schaffen und Wirken von Künstlern des Goldenen Zeitalters in Italien kreisten. Durch eine neue Zusammenstellung der permanenten Sammlung im Oktober 2016 legt das Museum den Schwerpunkt auf die sogenannten „Bildungsreisen“ der jungen Künstler des Goldenen Zeitalters, bei denen sie die Geografie, Geschichte und Kultur der südlichen Länder kennenlernten. Außerdem wollte Ribe Kunstmuseum zeigen, dass Lundbye nicht ausschließlich Landschaftsmaler war.

Die Malerei „Die Fontäne bei der Loggia dei Mercanti in Florenz“ ist ein Bild, an das der Künstler selbst große Erwartungen hatte. Er wollte damit zeigen, dass er sich auf seiner Reise nach Italien Mitte der 1840er Jahre als Künstler weiterentwickelt hatte. In einem Brief an seinen Mentor, den Kunsthistoriker N.L. Høyen, erwähnt Lundbye 1846 das kleine Bild, von dem er selbst fand, dass es ein Meisterwerk werden könnte: “… ich habe in insgesamt fünf Tagen an diesem kleinen Bild gemalt, dem kaum etwas im Wege stehen sollte, um ein Meisterwerk zu werden; ob es dies auch wird, ist eine andere Frage”. In vielen anderen Werken aus Italien konzentriert sich Lundbye auf die Natur und weite Landschaften. Mit „Die Fontäne bei der Loggia dei Mercanti in Florenz“ richtet er den Blick hingegen auf das italienische Volksleben auf einem Platz in Florenz, wo sich Menschen und Tiere versammeln.

Selten lassen sich solch spannende Werke bei Auktionen finden, somit löste der Erwerb der zwei Werke im Kunstmuseum große Begeisterung aus. Die Werke werden präsentiert, wenn sie in ein paar Wochen nach Ribe kommen.

Johan Thomas Lundbye. "Die Fontäne bei der Loggia dei Mercanti in Florenz". 1846. Feder und Wasserfarbe auf Papier.
Johan Thomas Lundbye. "Die Fontäne bei der Loggia dei Mercanti in Florenz". 1846. Feder und Wasserfarbe auf Papier.