Die Restaurierung

2008 erhielt das Ribe Kunstmuseum eine sehr großzügige Schenkung von 46,5 Mio. DKK von „A.P. Møller og Hustru Chastine Mc-Kinney Møllers Fond til almene Formaal“ (Stiftung A.P. Møller und Gattin Chastine Mc-Kinney Møller für allgemeine Zwecke).

Die Schenkung ermöglichte, dass die dringend notwendige Restaurierung des geschützten Gebäudes in Angriff genommen werden konnte. Die Restaurierungsarbeiten dauerten zwei Jahre und das Museum wurde nach Plan am 26. November 2010 wieder eröffnet.

Das Museumsgebäude vor der Restaurierung, 2008
Das Museumsgebäude vor der Restaurierung, 2008

Jørgen Overbys Tegnestue (Jørgen Overbys Architekturbüro) in Gram stand für das umfassende Restaurierungsprojekt, das herausfordernd und anspruchsvoll war: Einerseits aufgrund des geschützten Status des Gebäudes und andererseits aufgrund der Erwartungen, dass das Haus in ein modernes Kunstmuseum verwandelt werden sollte mit allem, was dazu gehört in Bezug auf Sicherheit, Klimasteuerung, Zugänglichkeit etc. Dies alles konnte umgesetzt werden dank tüchtigen Architekten, Ingenieuren und Handwerkern.

 Das Museumsgebäude nach der Restaurierung
Das Museumsgebäude nach der Restaurierung

Das Gebäude

Das Dach wurde ausgewechselt und neuer schwarzer Schieferstein aus Wales wurde auf die großen Dachflächen gelegt. Der neue Schiefer stammt vom selben Steinbruch wie damals im Jahr 1864, als das Haus sein erstes Schieferdach erhalten hatte. Alle Kupfereindeckungen und -bekleidungen wurden ersetzt. Die alten Fenster sind erhalten und wurden restauriert, jedoch wurden neue Vorsatz- und Sicherheitsscheiben eingesetzt. Diese sind mit UV-Filtern ausgestattet und es wurden Sonnen- und Verdunkelungsgardinen eingebaut, um die Werke vor kräftigem Tageslicht zu schützen. Das Gebäude wurde wie damals erneut mit rotem Kalkwasser gestrichen.

Die originalen Versailles-Böden des Museums nach der Restaurierung
Die originalen Versailles-Böden des Museums nach der Restaurierung

Böden

Die Böden des Museums sind bemerkenswert und zeugen von diesem reich ausgestatteten Heim, das Balthazar Giørtz 1864 gebaut hat. In den ersten vier Sälen sieht man die originalen Versailles-Böden. Es wurden Holzsorten wie Eiche, Ahorn, Nuss, Mahagoni, Esche und Ebenholz verwendet. Im Skagen-Saal und der Hammershøi-Stube sieht man ganz neue Böden aus Eiche und Esche, entworfen von der Architektin Ditte Schmidt von Jørgen Overbys Tegnestue. Auf der obersten Etage findet man Böden von Dinesen Douglas. Im Untergeschoss wurde zudem schwedischer Kalkstein aus Borghamn für die Böden verwendet.

Im Saal mit den Skagen-Malereien wurde ein neuer Boden angelegt, entworfen von der Architektin Ditte Schmidt, foto: Anders Sune Berg
Im Saal mit den Skagen-Malereien wurde ein neuer Boden angelegt, entworfen von der Architektin Ditte Schmidt, foto: Anders Sune Berg

Farben der Wände

Vor der Restaurierung haben Konservatoren farbarchäologische Untersuchungen durchgeführt, die Vergoldungen von unterschiedlichem Umfang und verschiedene Bemalungen nachwiesen. Hierunter eine sehr charakteristische Eichenholzäderung, die offenbar bei den meisten Holzwerken im Haus vorherrscht, so u. a. bei Türen und Täfelungen. Diese Äderung wurde an der Decke in der Museumshalle wieder hergestellt. Die blaue Farbe in der Halle ist einer Farbe angeglichen, die die Konservatoren gefunden hatten, während die übrigen Farben an den Wänden im Erdgeschoss neu sind.

Die blaue Farbe in der Museumshalle ist einer Farbe angeglichen, die die Konservatoren während der Restaurierung gefunden hatten.
Die blaue Farbe in der Museumshalle ist einer Farbe angeglichen, die die Konservatoren während der Restaurierung gefunden hatten.

Möbel

Alle Möbel in Form von Stühlen, Tischen, Bänken, Vitrinen, Gartenmöbeln sowie dem Bibliotheks- und Ladeninventar wurden von Professor Christoffer Harlang und Dozent Nicolai de Gier von der Architektenschule der Kunstakademie in Kopenhagen entworfen. Im Erdgeschoss besteht das Mobiliar aus Mahagoni, auf dem obersten Geschoss und im Museumsshop aus hellem Eschenholz und im Untergeschoss findet man schwarz gebeiztes Eschenholz mit schwarzem Linoleum auf allen Tischflächen.

Möbel im ersten Stock des Museums. Foto: Ib Corneliussen Nielsen
Möbel im ersten Stock des Museums. Foto: Ib Corneliussen Nielsen